Die gefährlichsten Berufe der Welt

 Sprengmeister, Tigerbändiger oder Bombenentschärfer? Laut Statistiken sind die gefährlichsten Berufe der Welt völlig unterschiedlich. Sie haben jedoch verschiedene Vorgehensweisen. Wie hoch ist die Aussagekraft der bekanntesten Auswertungen?

In jedem Beruf gibt es gewisse Risiken – einige Jobs sind gefährlicher als andere Jobs. Wir haben uns 2 Statistiken angesehen und mit einem Experten über die Aussagekraft besprochen.

Die gefährlichsten Berufe der Welt

Im Jahr 2016 sammelten das Zentrum für die Kontrolle von Krankheiten (CDC), as US-amerikanischen Amt für Arbeitsstatistik (BLS), der Arbeitsschutzbehörde (OSHA) ihre eigenen Daten sowie verschiedene Handelsorganisationen, um die gefährlichsten Berufe der Welt festzustellen. Es ist erwiesen, dass viele Branchen gefährlich sind: Transportwesen, Landwirtschaft, Gesundheitswesen, öffentlicher Dienst und besonders Bauwesen.

Insgesamt ergab die Auswertung folgendes Ranking:

  1. Holzfäller
    Todesfälle: 135,9*
    Verletzungen: 2.449*
  2. Hochseefischer 
    Todesfälle: 86*
    Verletzungen: Nicht veröffentlicht
  3. Pilot/Flugzeugingenieur/Fluggerätemechaniker
    Todesfälle: 55,5*
    Verletzungen: 466*
  4. Dachdecker
    Todesfälle: 48,6*
    Verletzungen: 3.257
  5. Müllmann
    Todesfälle: 34,1*
    Verletzungen: 2.702*
  6. Gerüstbauer
    Todesfälle: 25,1*
    Verletzungen: 2.158*
  7. Kraftfahrer
    Todesfälle: 24,7*
    Verletzungen: 2.828*
  8. Landwirte
    Todesfälle: 23,1*
    Verletzungen: 28*
  9. Bauarbeiter
    Todesfälle: 18*
    Verletzungen: 1.060*
  10. Erntehelfer
    Todesfälle: 17,4*
    Verletzungen: 1.316*

*Angaben jeweils pro 100.000 Arbeiter

Statistiken zeigen, wie viele Arbeiter auf der ganzen Welt bei ihrer Arbeit gestorben sind.

Die gefährlichsten Berufe durch Spätfolgen

In dieser Liste sind jedoch nicht die gesundheitlichen Spätfolgen, die aufgrund der beruflichen Tätigkeit auftreten können. Denn viele Jobs verursachen starke körperliche Verschleiße, erläutert Jörg Feldmann, Pressesprecher der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Beispielsweise haben Fliesenleger im Alter oft starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule und der Knie.

Spätfolgen treten meist erst nach wenigen Jahren oder im Alter. Zum Teil kann das hohe Gesundheitsrisiko durch die Anzahl der Arbeiter, die eine Invalidenrente beziehen, dargestellt werden. Bei der Berechnung der verzögerten gesundheitlichen Folgen ergibt sich folgende Rangfolge:

  1. Gerüstbauer
  2. Dachdecker
  3. Bergmann (Berufe im Bergbau allg.)
  4. Pflasterer
  5. Fleisch- und Wurstwarenhersteller
  6. Estrichleger
  7. Fliesenleger
  8. Zimmerer
  9. Maurer
  10. Verputzer, Stukkateur
  11. Sprengmeister/Sprengberechtiger
  12. Isolierer
  13. Bauhilfsarbeiter
  14. Bäcker
  15. Stauer (Hafenarbeiter, die beim Be- und Entladen helfen)

Bei diesen Gewerken kann es zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten kommen, die keine berufliche Tätigkeit mehr ausüben können und gegebenenfalls zum vorzeitigen Tod führen.

Proportionalität beachten

Neben den späten gesundheitlichen Folgen spielt bei einer solchen Beurteilung ein weiterer Faktor eine bedeutende Rolle:: Die Anzahl der Arbeiter, die diese Tätigkeit ausüben. Die Zeitschrift “Compensation and Working Conditions”, die bereits 1997 versuchte, eine Aussage über die tödlichsten Jobs der Welt zu machen, um Veranschaulichung des Problems, des Berufsbilds des Elefantentrainers:

  1. Weltweit gibt es nur eine kleine Anzahl von Arbeitern, die als Elefantentrainer bekannt sind. Wenn ein Trainer bei der Arbeit mit einem Elefanten getötet wird, erhöht dies die Anzahl der Todesfälle innerhalb der Berufsgruppe erheblich. Bei der Bewertung der tödlichsten Berufe wird diese Aktivität aufgrund der geringen Anzahl nicht aufgeführt. Wenn es wieder keine Toten gibt, sinkt diese Zahl auf 0 wodurch der Beruf des Elefantentrainers dann zu den sichersten Berufen zählen würde.
  2. Die Berufsbezeichnung Elefantentrainer ist sehr unterschiedlich. Es kann einerseits von Tierpflegern, andererseits von Darstellern und Künstlern ausgeübt werden. Zu diesen Berufsklassifikationen gehören auch andere Arbeiter, die sich nicht um Elefanten kümmern.

Neben den Spätfolgen sollte man bei den Statistiken also auch die Proportionalität beachten. Sicher ist, dass Sie mit bestimmten Vorsorgemaßnahmen bestimmte Berufskrankheiten verhindern können und die gesundheitlichen Risiken in Ihrem Job verringern können.